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Peter Berg im Interview „Sollten die Aliens kommen, wird es nicht schön“
von Peter Fuchs am 13. April 2012
F7? Treffer! F8? Treffer! Regisseur Peter Berg nahm sich das Spiel „Schiffe versenken“ vor und drehte drum herum den Film „Battleship“. Nur dass die feindlichen Schiffe nicht bloß über das Meer, sondern aus den Weiten des Weltalls zu uns gekommen sind.
Wir trafen Regisseur Peter Berg im Hafen von Hamburg und befragten ihn, wie es zu diesen besonderen Besetzungen kam. Peter Berg lieferte als Regieerstling 1998 mit dem beachtlichen „Very Bad Things“ die Mutter aller „Hangover“-Filme ab. Danach legte er mit „Hancock“ einen Megahit am Box Office hin. Im Interview erzählte er uns noch über die Zusammenarbeit mit Rihanna, seine Einschätzung, ob es außerirdisches Leben gibt und dass er ganz gut mit Soldaten kann. BRASH.de: Wie bekamen Sie Barack Obama dazu, in Ihrem Film mitzuspielen, Herr Berg? Peter Berg: Ich klaute ihn auf youtube. So einfach geht das? Benötigten Sie dafür keine Genehmigung? Wir verwendeten Filmmaterial von NBC und die gehören Universal, die auch „Battleship“ produzierten. Und sobald der Präsident in den USA eine Rede hält, ist das für jeden frei zugänglich. Eines Tages kam ein Mitarbeiter ganz aufgeregt zu mir, weil er eine Rede von Obama gefunden hatte, in der dieser über Hawaii spricht. Über so einen Zufall waren wir dann sehr glücklich. Und wie bekamen Sie Rihanna in den Film? War das auch eine glückliche Fügung, dass Rihanna bei Universal Music unter Vertrag steht? Ja, das könnte dazu beigetragen haben. Als Rihanna das erste Mal in meinem Büro vorbei schaute, trug sie nur Blue Jeans, T-Shirt und Sneakers, also nichts Extravagantes. Wir begannen mit dem Skript herumzuspielen. Sie las Liam Neesons Rolle, dann den Part von Taylor Kitsch. Sie probierte verschiedene Akzente aus. Ich versuchte herauszufinden, ob sie bereit wäre, verschiedene Dinge auszuprobieren. Das war für mich das wichtigste Kriterium, sie zu besetzen. Und sie hatte Lust drauf. Zwei Tage später bot ich ihr die Rolle an und sie sagte zu. Aber nur unter der Bedingung, dass ich sie wie jeden anderen Schauspieler im Cast behandeln würde. Sie wollte als Popweltstar nicht geschont werden. Vor allem, wenn sie schlecht sein sollte, muss ich es ihr sagen. Das habe ich ihr versprochen. Für mich lieferte sie einen soliden Job ab.
Mir war wichtig, dass sie auch ein wenig singen sollte. Ich schlug vor, dass sie in dem kleinen Schlauchboot vor Angst den Song „Sentimental Journey“ trällern soll. In der Szene, wenn sie im kleinen Spähtrupp auf das riesige Flagschiff der Aliens zufährt. Rihanna kannte das Lied nicht. So musste ich ihr dieses Lied vorsingen und ich bin ein schlechter Sänger. Deshalb fand sie das Lied auch furchtbar. Erst als ich ihr eine Coverversion von Billie Holiday vorspielte, war sie zufrieden und machte es. Glauben Sie, dass es Aliens gibt? Kein Frage, ja. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es da draußen kein anderes Leben als uns gibt. Auch für den berühmten Astrophysiker Stephen Hawking besteht daran kein Zweifel. Er spricht von „Goldilock Planets“, das sind Planeten, die über ausreichend Atmosphäre verfügen, um Wasser flüssig auf ihrer Oberfläche zu halten. Wir schicken bereits Signale an diese Planeten mit so Botschaften wie „Hey, wir sind die Erde, wir sind hier, kommt und besucht uns“. Stephen Hawking hält das aber für eine schreckliche dumme Idee. Er ist der Meinung, dass wir niemandem sagen sollten, dass wir hier sind. Sollten wirklich Aliens kommen, wird es nicht schön werden.
Ja, das sehe ich so. Eigentlich ist „Battleship“ ein heftiges Spiel. Du sagst F3, ich sage Fehlschuss, du sagst F4, ich sage Fehlschuss, du sagst F5, ich sage Treffer. Ab dann bombardierst du mit allen Kräften diesen Fleck. Keine Gespräche, keine Verhandlungen, keine Einladung, den Konflikt bei einem Bier zu besprechen. Man sollte nur den Feind zuerst aufstöbern. Aber es ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Kinofilm, es war auch eine der besten kreativen Erfahrungen meiner Karriere, weil wir alles von Grund auf erfinden mussten. Wie viel Unterstützung erfuhren Sie vom US-Militär? Wir durften auf die echten Schiffe. Ich lebte sogar ein Monat auf so einem Zerstörer. Und es ist kein Geheimnis, dass ich gerne Filme über das Militär mache. Viele meiner Freunde sind Soldaten. Mir geht es dabei nicht um Politik. Ich respektiere jeden, der sich bereit erklärt, sich für sein Land zu opfern. Gleich ob es ein Polizist, ein Feuerwehrmann oder Soldat ist. Und weil das Militär meine Meinung darüber kennt, gestaltet sich eine Zusammenarbeit auch reibungslos. Obwohl sie wissen, dass ich ein Obama-Wähler bin – und es gibt ja kaum Militär, das Obama wählt. Science-Fiction: „Battleship“
Kinostart: 12. April 2012 Ähnliche Artikel „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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