‚The Avengers‘ im Kino
Der Hulk verkloppt die bösen Götter

Superhelden-Spektakel in 3D: In Marvels „The Avengers“ laden Iron Man und Co. zum Showdown gegen das Böse. Zumindest vorerst.

Avengers

Dumm aus der Wäsche gucken - bei Iron Man und Captain America ein nur bedingt dehnbarer Begriff (Marvel/Walt Disney)

Jahrelange Spekulationen, ähnlich lange Wartezeiten. Und jetzt, endlich und tatsächlich ist es soweit. Das Ereignis, bei dem jeder richtige Marvel-Fan mutmaßlich schon beim bloßen Gedanken an sein eventuelles Eintreffen feuchte Träume hat kriegen dürfen: „The Avengers“, die angeblich Stärksten aller Superhelden aus dem schier unendlichen Marveluniversum, vereinen sich auf der großen Leinwand zum Kampf gegen sich selbst und das Böse. Und ja: Das Warten auf die Delegation, die in den Comicvorlagen schon Lava Man und Co. das Fürchten lehrte und deren Mitgliedern Marvel schon jeweils eigene Blockbuster spendierte, hat sich gelohnt. „The Avengers“ ist nicht bloß der gigantische Blockbuster geworden, der er werden sollte, sondern auch die Art von Fantasy-Action, die den Kinozuschauern über zwei Stunden großartige Unterhaltung liefert, die bisher glaubten, mit Comicverfilmungen nicht viel anzufangen zu können.

Ein geheimes Labor, irgendwo in der Wüste Amerikas, in einem Jahr, das heute, gestern oder morgen sein könnte. Das S.H.I.E.L.D.-Team um Professor Erik Selvig (Stellan Skarsgård) und unter der Leitung von Nick Fury (Samuel L .Jackson) und Agent Coulson (Clark Gregg) forscht an einem kosmischen Gamma-Diamanten-Würfel-Dings namens Tesseract. Dessen Macht (Zeit- und Dimensionsschlupflöcher!) darf nicht in die falschen Hände geraten und tut das natürlich prompt, als der gehörnte Loki aus dem All (Tom Hiddleston) einbricht, Hawkeye (Jeremy Renner) und Selvig hypnotisiert und mit seinen neuen Schätzchen das Weite sucht. Ein Fall für die Avengers, wissen Fury und Coulson, und trommeln Captain America (Chris Evans), Iron Man (Robert Downey Jr.), Bruce Banner und den Hulk in ihm (Mark Ruffalo), Black Widow (Scarlett Johansson), Lokis Halbbruder Thor (Chris Hemsworth) an Bord ihres Raumschiffes zusammen. Der große Showdown ist vorprogrammiert, weil Loki natürlich um diesen Move wusste und die stärkste Waffe der Avengers dazu mißbrauchen will, die Truppe von innen zu zerstören. Aber die Rechnung hat er, der Böse, freilich ohne das Gute im Menschen gemacht.

„The Avengers“ sieht in jeder ihrer kurzweiligen 135 Minuten nach der 220 Millionen Dollar teuren Filmproduktion aus, die sie ist. Die Special Effects suchen ihresgleichen, Set und Maske auch. Hochunterhaltsames High End-Kino ist „The Avengers“ aber nicht wegen seines Budgets oder gar seiner nichtigen Story. Regisseur und Drehbuchautor Joss Whedon („Buffy – Im Bann der Dämonen“) schafft es, aus dem überiridisch komplexen Marvel-Universum von Stan Lee und Jack Kirby – allein die Avengersgeschichte erstreckt sich seit 1963 auf über 500 Comics, von den Einzelstories ganz zu schweigen – einen Strang zu knüpfen, der einerseits jedes denkbare und wünschenswerte Kampfsetting möglich macht und andererseits Marvelnerds mit Charakterumschreibungen oder Ähnlichem nicht vor den Kopf stößt. Die Figuren und ihre schlagfertigen Dialoge macht er auch für all die greifbar, die Thor nur aus der nordischen Mythologie kennen.

Die wiederum dürfen sich über scheinbare Mißverhältnisse wundern wie die, dass ein blondgelockter Donnergott mit Hammer die Schläge eines zehnmal größeren Hulk einsteckt, als ob schönes Wetter wäre. Oder über Ungereimtheiten wie die, dass Manhattan untergeht und die Autos trotzdem noch über die Brooklyn Bridge inseleinwärts fahren oder dass in Stuttgart längst keine grünen Polizeiautos mehr patroullieren. Aber hey, das hier ist eine ohnehin grandios überzeichnete und nun auch am Rande des Machbaren verfilmte Comicwelt! Da spielten Rationalität, Physik und Logik noch nie eine Rolle, solange nur die Action und das Verhältnis von Gut und Böse und dem Dazwischen stimmte!  Und das tut es in „The Avengers“ allemal – Cliffhanger auf eine eventuelle Fortsetzung dieses Spektakels inklusive.*

*eventuelle Unreinheiten in den Details bitten wir zu entschuldigen, liebe Marvelfans. Der Autor fällt in die Kategorie „bisher weitgehend ahnungslos gewesen“.

Superhelden-Showdown:

„The Avengers“

(USA, 2011)

Regie & Drehbuch: Joss Whedon

mit: Robert Downey Jr., Chris Evans, Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Jeremy Renner, Scarlett Johansson, Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson, Cobie Smulders, Clark Gregg, Stellan Skarsgård u.a.

Kinostart: 26. April 2012

de.marvel.com/avengers

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