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'Bel Ami' im Kino Ein Schönling und drei Diven
von Peter Fuchs am 2. Mai 2012
Die Besetzung der Literaturverfilmung „Bel Ami“ scheint eine Punktlandung zu sein: Uma Thurman, Kristin Scott Thomas, Christina Ricci und Robert Pattinson, der sich als Nobody in der Pariser Gesellschaft nach oben schläft. Guy de Maupassant schreibt 1885 den herrlich bösen Roman „Bel Ami“. Im Zentrum steht der rücksichtslose Karrierist Georges Duroy, der mit brutaler Härte seinen Aufstieg in der Pariser Gesellschaft vorantreibt. Interessant dabei: Er besitzt keine besonderen Fähigkeiten. Er sieht nur blendend aus und weiß dieses Geschenk knallhart zu seinem Vorteil einzusetzen. „Die wichtigsten Menschen in Paris sind nicht die Männer, es sind ihre Ehefrauen“ ist ein Schlüsselsatz des Romans und dient „Bel Ami“ als Hebel, um sich nach oben zu schlafen, zu heiraten und zu intrigieren. In der aktuellen Verfilmung klingt die Besetzung viel versprechend. Rund um den Noch-Teenieschwarm Robert Pattinson kreisen gleich drei Divengeschosse: Uma Thurman, Kristin Scott Thomas und Christina Ricci. Mit der Besetzung sollte doch nichts schief gehen, oder? Exsoldat Georges Duroy (Robert Pattinson) wohnt in einem schäbigen Zimmer und streunt völlig mittellos durch Paris. Erst sein ehemaliger Kamerad Forestier verschafft ihm eine Anstellung bei einer Zeitung. Hier ist er auf der Jagd nach Intrigen, Sex und Korruption, um die Auflagen zu steigern. Wichtiger ist ihm aber der Zutritt zur Pariser Gesellschaft. Er hält sich die verheiratete Clotilde (Christina Ricci) als Geliebte und heiratet nach Forestiers Tod dessen Witwe Madeleine (Uma Thurman). Ihre große Erbschaft sichert ihn finanziell ab, ihr journalistisches Talent nutzt er für seine eigenen Artikel. Eine kurze Affäre mit der Verlegersgattin (Kristin Scott Thomas) festigt seine Stellung im Verlag. Doch seine Ehefrau betrügt ihn auch und verweigert, ihm weiterhin die Ghostwriterin zu spielen. George scheint angezählt und liegt am Boden. Doch dann spinnt er eine Intrige. Sollte sie gelingen, ist er die Ehefrau los und stünde durch Verquickung von Politik und Sex eine Regierung vor dem Sturz. Außerdem könnte er sich durch eine erneute Heirat noch besser positionieren. Trotz der ziemlich coolen Besetzung bleibt der Film enttäuschend. Das Regieduo Declan Donellan und Nick Ormerod – bisher nur auf Theaterbühnen im Einsatz – verfilmte die bissige Story ohne Mehrwert für unsere Tage simpel und konventionell ab. Böse wirken dabei bloß die Stereotypen, dass ehrbare Frauen Sex nur in der Missionarsstellung, Prostituierte den Geschlechtsverkehr auch A tergo genießen können. Die Handlung gewinnt erst spät an Fahrt und Spannung, nämlich als George Duroys Intrige zu Greifen beginnt. Startschuss dafür ist eine überraschende Vergewaltigung. George Duroy ist das Opfer seiner eigenen Ehefrau Madeleine. Die beeindruckend gespielte Szene offenbart aber leider nur für einen kurzen Moment die Brutalität, die hinter der eleganten Frivolität der Romanvorlage lauert. Die drei Diven retten sich, indem sie in und außerhalb ihrer wunderbaren Roben zumindest eine gute Figur machen. Zwar steht dem blassen Robert Pattinson der Zylinder ausgezeichnet und seine Besetzung als „Bel Ami“ ergibt auch Sinn, aber darstellerisch wirkt er streckenweise von seinen Regisseuren ziemlich allein gelassen. Gesellschaftsportrait: „Bel Ami“ Kinostart: 3. Mai 2012 Ähnliche Artikel „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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