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'Sons Of Norway' im Kino Der tröstliche Johnny Rotten
von Peter Fuchs am 5. Juli 2012
Der Sänger der Sex Pistols hat einen Auftritt in der skandinavischen Tragikomödie „Sons of Norway“. „No Future“ hin oder her, da weiß man dann trotzdem: Alles wird gut. Das passiert immer öfter: Papa und Sohn kaufen sich unabhängig voneinander die gleichen T-Shirts bei einer schwedischen Billigmode-Kette. Wie soll man sich als junger Mensch ordentlich Abgrenzen beim Erwachsenwerden, wenn Vati die gleichen Farben, Muster und Schnitte trägt? So erging es Nikolaj (Åsmund Høeg) schon 1978, aber in einer extremen Variante. Da skandiert er am Weihnachtsabend im Familienkreis „Nieder mit dem Patriarchat“. Statt hitziger Diskussionen stimmt das Familienoberhaupt so laut mit ein, dass Nikolaj nicht mehr zu hören ist. Papa Magnus (Sven Nordin) und Mama Lone (Sonja Richter) sind Hippies in der Vorstadt von Oslo. An diesem Weihnachtsabend bekommt Nikolaj eine E-Gitarre geschenkt. Die malträtiert er auch gleich lautstark, während seine Eltern umschlungen dazu tanzen. Ein etwas anderes Familienleben mit Urlaub im Nudistencamp inklusive. Was wie eine typische schräge Komödie aus Skandinavien beginnt, driftet plötzlich in eine Molltonart ab. Lone stirbt bei einem Autounfall und lässt Magnus allein mit Nikolaj und seinem kleinen Bruder Peter zurück. Magnus kann den Verlust seiner Ehefrau nicht verschmerzen, isoliert sich und wird depressiv. Nikolaj fühlt sich alleine gelassen, zieht sich in die Welt des Punks zurück und gründet eine Band. Er findet jetzt alles Scheiße. Aber auch damit kann er seinen Vater nicht aus der Reserve locken. Erst als Nikolaj seinem Schulleiter mit einer Flasche eins überzieht, ruft das Magnus auf den Plan. Er nimmt jetzt seine Vaterpflichten wieder wahr, wenn auch auf eine ungewöhnliche Weise. „Sons of Norway“ ist zwar sympathisch mit einem fetzigen Soundtrack, wirkt aber streckenweise unentschlossen. An manchen Stellen hätte der Film noch ein paar Pointen mehr vertragen, um den Zuschauer geschmeidig durch diese Coming-of-Age Story im Kontext eines Familiendramas zu bringen. Wenn aber am Ende Johnny Rotten von den Sex Pistols in einem Cameo-Auftritt erklärt, dass alles Scheiße ist, es aber nur darauf ankomme, daraus etwas Schönes zu machen, geht man auch als Kinobesucher getröstet nach Hause. Coming-of-Age goes Punk: „Sons of Norway“
Kinostart: 5. Juli 2012 Ähnliche Artikel „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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