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'Das verflixte 3. Jahr' im Kino Einen Werbespot lang lustig
von Peter Fuchs am 25. Juli 2012
Bestsellerautor Frédéric Beigbeder verfilmt mit „Das verflixte 3. Jahr“ seinen eigenen Roman über einen Bestsellerautor. Kann das Spaß machen? „Frauen sind wie Zigaretten, irgendwann muss man sie sich abgewöhnen,“ sagt in dieser Komödie ein Mann zum anderen. Am Ende heiraten die beiden. Wer findet solche Jokes witzig? Heterosexuelle Männer? Heterosexuelle Frauen? Schwule? Vermutlich niemand. Nur leider steckt „Das verflixte 3. Jahr“ voll solcher One-Liner, also Pointen, die nur einen Satz benötigen. Dazwischen stapft ein attraktives, aber stark unterfordertes Ensemble durch einen Film, dessen Spannungsbögen maximal die Länge eines Werbespots überdauern. Marc (Gaspard Proust) ist ein Pariser Literaturkritiker, der sich langweilt. Dabei hat er alles, was man sich als Mann in den Dreißigern wünschen kann: Eine attraktive Ehefrau (Elisa Sednaoui), den Nebenjob als Nightlife-Kolumnist, was ihn auf die Gästeliste jedes angesagten Clubs in Paris bringt. Außerdem bewohnt er ein schickes Appartement, das trotz horrenden Quadratmeterpreisen an der Seine auch sehr groß zu sein scheint. Doch schwuppdiwupps lässt sich seine Frau im dritten Ehejahr scheiden – man erfährt nicht genau warum – und Marc schlittert in die Katastrophe. Alkohol und Selbstmitleid sind nun seine Begleiter. In dieser Phase schreibt er ein Buch voller Macho-Sentenzen, nennt es „Das verflixte 3. Jahr“, veröffentlicht es unter einem Pseudonym und erzielt einen Bestseller. Dann lernt er Alice (Louise Bourgion), die Ehefrau eines Cousins kennen, verliebt sich in sie. Die beiden haben eine Affäre. Doch als Marc mehr will, fliegt ihm plötzlich sein Pseudonym um die Ohren. Alice mag ihn nicht mehr und verlässt ihn. Der Rest ist „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“-Style. Regisseur Frédéric Beigbeder verfilmte als Debütant seinen eigenen Bestseller und wollte damit eine etwas andere romantische Komödie schaffen. Bei der Dekonstruktion des Genres kamen ihm aber die Charaktere abhanden, weshalb der Film zwar eine Aneinanderreihung origineller Ideen bietet, die sich jedoch nicht zum Ganzen fügen wollen. Marc bleibt in seiner Männerkrise distanziert und entwickelt sich während des Films nicht weiter, was nicht nur den weiblichen Zuschauern unangenehm auffallen dürfte. Alice wird von der bezaubernden Louise Bourgion gerade noch durch die Story getragen, obwohl ihre Handlungen und Entscheidungen durch das Drehbuch kaum nachvollziehbar sind. Frédéric Beigbeder kommt aus der Werbung und landete mit dem Roman „39,90“ über die Werbebranche einen Hit. Vielleicht erschöpft sich seine Kreativität deshalb bereits nach jeder Minisequenz von der Dauer einer Werbeunterbrechung. Sommerkomödie: „Das verflixte 3. Jahr“
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