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Christian Bale im Porträt Der erfolgreichste Choleriker Hollywoods
von Patrick Heidmann am 1. August 2012
Ein extremer Kerl für extreme Filme: Schauspieler Christian Bale hat sich für das Ende der Batman-Trilogie ein letztes Mal das Cape des Rächers umgeworfen. Zumindest dieses Monster ist er somit los. ![]() Vorne der Mann, dahinter sein Monster: Christian Bale als Bruce Wayne in "The Dark Knight Rises" vor seinem Batman-Kostüm (Foto: Ron Phillips / 2012 Warner Bros.) Es mag nicht auf der Hand liegen, doch Batman und Astrid Lindgren haben eine Gemeinsamkeit. Christian Bale nämlich, der nun in „The Dark Knight Rises“ zum dritten Mal im Kostüm des auch als „dunkler Ritter“ bekannten Superhelden steckt, begann seine Karriere in den achtziger Jahren als Jum-Jum in der Lindgren-Verfilmung „Mio, mein Mio“. Damals war er zwölf Jahre alt, hatte in Fernsehproduktionen und Werbespots erste Schauspielluft geschnuppert und fiel wenig später Steven Spielberg auf, der ihm die Hauptrolle in der Romanverfilmung „Das Reich der Sonne“ gab. Heute ist der 39-jährige Brite einer der erfolgreichsten und bestbezahlten Schauspieler unserer Zeit, für seine Nebenrolle in dem Boxerdrama „The Fighter“ sogar mit dem Oscar ausgezeichnet. ![]() Auch so ein Extremfall: Christian Bale als wahnsinniger Hungerhaken Trevor Reznik in "The Machinist" (2004, Screenshot) Dass ein solcher Karriereweg nicht unbedingt geradlinig verläuft, versteht sich von selbst. Weil Spielbergs Kriegsfilm sich als Flop entpuppte und auch die Jugendfilme „Die Zeitungsjungen“ und „Swing Kids“ ihn nicht zum Teenie-Star machten, gönnte sich Bale als Erwachsener den Luxus, auf Erwartungshaltungen und Massengeschmack zu pfeifen. Stattdessen suchte sich der Sohn eines Unternehmers und Umweltaktivisten fortan jene Rollen aus, an die sich die meisten seiner Kollegen gar nicht erst herantrauten. Für „Velvet Goldmine“ stieg er mit Ewan McGregor ins Bett, im „Shaft“-Remake gab er einen fiesen Rassisten und in der Verfilmung des Skandalromans „American Psycho“ übernahm er den Titelpart des Serienkillers Patrick Bateman. Emotionalen Extremen setzte er sich dabei stets genauso aus wie körperlichen, nicht nur wenn er – wie bei „Rescue Dawn“ – für Werner Herzog im freien Flug an einem Helikopter hing. Für „American Psycho“ trainierte sich der eigentlich schmächtige Bale wochenlang die notwendigen Muskelpakete an, während er sich für „The Machinist“ später über 30 Kilogramm herunterhungerte. Nur um direkt im Anschluss „Batman Begins“ zu drehen, wofür er abermals 40 Kilogramm zulegen musste. Dass der Wahl-Kalifornier, der mit dem Ex-Model Sibi Blazic verheiratet ist und eine Tochter hat, auch im Privatleben manchmal Grenzen überschreitet, ist längst bekannt. 2009 wurde eine während der Dreharbeiten zu „Terminator: Die Erlösung“ entstandene Tonaufnahme öffentlich, die einen minutenlangen Wutanfall Bales dokumentierte. Weil der Kameramann während des Drehs durch sein Blickfeld gelaufen war, hatte der schon zuvor als zwischenmenschlich nicht unkompliziert bekannte Star vollkommen die Beherrschung verloren – und sein Image als Choleriker zementiert. Bereits ein Jahr zuvor war er in die Schlagzeilen geraten, als ihn die Londoner Polizei verhörte, nachdem ihn angeblich die eigene Mutter und Schwester wegen Handgreiflichkeiten angezeigt hatten. Und Ende 2011 kam es in China zur Konfrontation mit Beamten, als Bale mit einem CNN-Team im Schlepptau versuchte, unerlaubterweise den Dissidenten Chen Guangcheng zu besuchen.
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