'Prometheus' im Kino
Das Alien beißt wieder zu

Auf in die „Prometheus“: 33 Jahre nach dem ersten „Alien“-Schocker gruselt Kultregisseur Ridley Scott mit einem Prequel, das neben den bekannten „Facehuggern“ und „Chestburstern“ auch mit philosophischen Fragen aufwartet.

Neugierig und leichtfertig: Michael Fassbender als Android.

Michael Fassbender kann auch lustig. Regisseur Ridley Scott lässt ihn als Android David witzig in Flip Flops durch das schlafende Raumschiff schlendern und sich fortbilden. Dazu zieht er sich den Hollywoodklassiker „Lawrence of Arabia“ rein und interessiert sich vor allem für die Szene, in der die Titelfigur sein Schmerzempfinden mental überwindet. Kommt David in eine neue und gefährliche Situation – und der Film ist natürlich eine Aneinanderreihung solcher Situationen – drückt David erstmal auf alles drauf, um zu sehen, ob da etwas passiert. Das wirkt kindlich verspielt, aber auch gruselig. Und ja, es passiert dann auch etwas.

Auf der Suche nach unserer Herkunft: Noomi Rapace als Elizabeth.

Die Wissenschaftler Elizabeth (Noomi Rapace) und Charlie (Logan Mashall-Green) entdecken 2089 in den Höhlenmalereien vieler, alter Kulturen immer denselben Hinweis auf einen Planeten. Sie vermuten dort den Ursprung des Lebens und lassen sich gesponsert von einem großen Unternehmen im Raumschiff „Prometheus“ auf diesen Planeten bringen. Mit dem Androiden David, einigen Naturwissenschaftlern und der Unternehmenschefin Meredith (Charlize Theron) entdecken sie eine Welt voll bizarrer Schönheit. Aber ihre unschuldige Neugier weckt auch das dort beheimatete Alien. Schon bald kämpfen sie gegen das brutale Monster mit seinen Fangarmen, den messerscharfen Zähnen und dem grauslichen Glibber nicht nur ums eigene Überleben, sondern um den Fortbestand der ganzen Menschheit.

Mit „Prometheus“ kehrt Ridley Scott zum Genre der Science-Fiction zurück, die seinen Ruf als Meisterregisseur vor drei Jahrzehnten begründete. Heute zählen „Alien“ (1979) und „Blade Runner“(1982) zu Klassikern der Filmgeschichte. Mit „Prometheus“ kombiniert er die Ausrichtungen der beiden Filme. Der blutige Slasherfilm mit dem klaustrophobischen „Haunted House“-Twist erweitert sich um postmoderne Fragen nach der Identität und Herkunft der Menschheit. So genießt man beim Zusehen nicht nur den Kitzel des Horrorfilms, sondern bekommt ihn auch metaphysisch unterfüttert, selbst wenn die Antworten wenig tröstlich erscheinen.

Noomi Rapace als Elizabeth ist jedoch anders als die legendäre Ripley in den ersten vier „Alien“-Filmen – gespielt von Sigourney Weaver. Sie treibt die Neugier der Wissenschaftlerin an, während Ripley bloß um ihr Überleben kämpfen wollte. Gemeinsam ist beiden Frauen jedoch der verwundbare Kern. Einmal unter Druck, rufen sie ihr ganzes Potenzial als Actionheldinnen ab, wobei man sich an Noomi Rapace in einer chirurgisch ausgefeilten Soloszene auch noch lange erinnern wird.

Verfolgt ihre eigene Agenda: Charlize Theron als Unternehmenschefin

Sci-Fi-Thriller:

„Prometheus“
(USA 2011)
Regie: Ridley Scott
mit: Noomi Rapace, Logan Mashall-Green,
Charlize Theron, Michael Fassbender, Idris Elba, Sean Harris, Rafe Spall u.v.m.

Kinostart: 9. August 2012

www.prometheus-derfilm.de

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