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'Red Lights' im Kino Von Pferden und Einhörnern
von Peter Fuchs am 10. August 2012
Robert De Niro als blinder Mentalist, Sigourney Weaver und Cillian Murphy als kühle Aufdecker paranormaler Phänomene. In dieser Welt der Rätsel, Geheimnisse und Tricks von „Red Lights“ laufen auch die Zuschauer in eine Falle. Regisseur Rodrigo Cortés kann mit geringen Mitteln spannende Filme erzählen. Für seine erste Hollywoodproduktion “Lebendig begraben” genügte ihm bloß eine enge Holzkiste als Location und darin ein Star wie Ryan Reynolds. Mit seinem zweiten Streifen „Red Lights“ erhöht sich die Zahl der Stars auf drei, auch die Drehorte werden mehr. Einen spannenden Mysterythriller kriegt Cortés aber auch damit hin. Dr. Margaret Matheson (Sigourney Weaver) kämpft rigoros gegen Mentalisten und andere Scharlatane, die mit ihren Tricks gutgläubigen und verzweifelten Menschen das Geld aus der Tasche ziehen. Als Naturwissenschaftlerin glaubt sie nur an die Vernunft. Betont unterkühlt beschreibt sie ihren Eifer mit den Worten: „Höre ich das Klackern von Hufen, denke ich an Pferde, nicht an Einhörner.“ Dr. Mathesons rechte Hand ist der junge Physiker Tom (Cillian Murphy). Mit ihm untersucht sie paranormale Vorfälle, um die „Red Lights“ dahinter aufzudecken. „Red Lights“ heißen die Komplizen und unlauteren Kniffe hinter den Inszenierungen der gefakten metaphysischen Phänomene. Gemeinsam ziehen sie durch die Lande und enttarnen Gedankenleser, Telekinetiker, Menschen, die bei Séancen mit Toten sprechen sowie Wunderheiler. Aber Matheson und Tom arbeiten auch universitär und müssen sich gegen andere Lehrstühle behaupten, die die Untersuchung von Psi-Phänomenen als seriöse Wissenschaft betreiben. Doch dann kehrt Simon Silver (Robert De Niro) ins Rampenlicht zurück. Er ist blind und ein Medium, das live Löffel verbiegen kann. Man sagt ihm nach, dass er mit einem bloßen Gedanken bei einem Kritiker eine tödliche Herzattacke verursacht hat. Er ist ein Superstar und füllt Hallen. Dr. Matheson glaubt, dass Simon Silver ein Betrüger ist, aber eine eingehende Prüfung vor drei Jahrzehnten ergab kein Ergebnis. Sie will sich nicht weiter mit ihm befassen, auch aus privaten Gründen. Aber Tom lässt nicht locker und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Simon Silver passt das gar nicht und es mehren sich unerklärliche Dinge in Toms Umfeld. Beginnt das Medium paranormal zurückzuschlagen? Die kühle Atmosphäre des Films entsteht durch die Farben grau und blau, die alle Sets dominieren. Die Welt der Vernunft scheint kein warmer und behaglicher Platz zu sein. Rodrigo Cortés setzt auch in diesem Film die geeigneten dramaturgischen Spannungsbögen, kombiniert die Mystery gekonnt mit einem Polit-Thriller und nimmt passende Anleihen bei Hitchcock. Einen Kapazunder wie Robert De Niro die diffizile Rolle des Medium spielen zu sehen, ist eine optische Freude. Das hätte mit zuviel Zauberer-Chi-Chi auch schief gehen können. Am Ende explodiert die Handlung von „Red Lights“ in einem Finale, das den ungläubig staunenden Zuschauer gefangen nimmt. Das ist gut so, ist doch der gesamte Film eine Meditation zwischen den Polen Wahrheit und Täuschung, zwischen Rationalität und Glauben. Mysterythriller: „Red Lights“
Kinostart: 9. August 2012 Ähnliche Artikel „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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