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'Starbuck' im Kino Vater von 533 Kindern
von Peter Fuchs am 16. August 2012
Was tun, wenn man plötzlich erfährt, Vater von mehreren hundert Kindern zu sein? Der kanadische Film „Starbuck“ sucht eine komödiantische Antwort. Die Inhaltsangabe des Films lässt sich auf diese Zeile eindampfen: Komödie über einen Mann, der als anonymer Samenspender 533 Kinder zeugt. Dahinter könnte auch eine Arnold-Schwarzenegger-Komödie aus den achtziger Jahren stecken. Tut es bei „Starbuck“ zum Glück nicht. Denn nach fünf Minuten lässt der Film die klamottige Ausgangslage hinter sich und man beginnt sich im Kinosaal über seine eigenen moralischen Standards zu befragen. Was würde man an der Stelle dieses Mannes tun? Wie denkt man selbst über Vaterschaft? Schön, dass „Starbuck“ bei diesen Gedankenspielen auch noch wunderbar als Komödie funktioniert. Ein Mann und etwas zuviel Marihuana: David (Patrick Huard) ist zwar schon Anfang 40, aber verpeilt, was die Stoßrichtung seines Lebens betrifft. Als liebenswerter Loser gibt er den Fahrer im familiären Metzgerei-Großbetrieb. Seine Brüder sind verheiratet und haben Kinder, geben ihm jedoch ob quengeligen Nachwuchses entnervt den Tipp: Pflanz dich nicht fort! Doch der Ratschlag kommt zu spät. Davids Freundin Valérie (Julie Le Breton) ist schwanger. Sie möchte das Kind aber allein aufziehen, weil sie David nichts zutraut. Der will deshalb sein Leben ändern und ab sofort Verantwortung übernehmen. Der Ratschlag kommt aber doppelt zu spät. Ein Anwalt überbringt David die Nachricht, dass er bereits Vater ist. Durch anonyme Samenspenden, die mehr als zwei Jahrzehnte zurückliegen, ist er der Zeuger von 533 Kindern. Und die Hälfte von ihnen klagt vor Gericht auf die Herausgabe seines Namens. Verantwortung übernehmen ja! Aber gleich bei so vielen? David ist zerknirscht, aber auch neugierig. Heimlich sucht er ein paar der inzwischen erwachsenen Kinder auf. Weil er dabei nicht anders kann, als sich in ihr Leben einzumischen, zeitigt das ungeahnte Folgen für beide Seiten. Ein berühmter Fußballprofi ist darunter, dem David stolz bei einem Match zujubelt. Eine Drogenabhängige, die er ins Krankenhaus bringt, ein Bademeister, der ihn wiederbeleben muss, ein angehender Schauspieler, dem er ein wichtiges Vorsprechen ermöglicht. Anonymer Schutzengel für seine Nachkommenschaft zu sein, macht David immer mehr Spaß. Und damit das nicht zu niedlich wird, sitzt ein Sohn dann auch schwerstbehindert im Rollstuhl. Als es letztendlich zum Prozess kommt, muss sich David entscheiden: Anonym bleiben oder wirklich Verantwortung übernehmen.
Ohne zu überzeichnen, lässt Patrick Huard diesen David in einer herzerwärmenden Performance an seinen Aufgaben reifen. Auch wenn die Botschaft der Komödie einfach bleibt – Familie ist wichtig, jedes Kind muss man so annehmen, wie es ist – weichen die Filmemacher dem Kitsch gekonnt aus. Man bleibt bis zum Schluss gespannt, wie es weitergeht, eine Neugier, die bei Komödien selten vorkommt. Vaterschaftskomödie: „Starbuck“
Kinostart: 16. August 2012 Ähnliche Artikel Als Juror der Castingshow „Got To Dance” beurteilt… Haters gonna hate, liebe Zuschauer! Nilz Bokelberg nimmt sich die Kritiker an Markus Lanz und… Das Weiße Haus in Washington als Schauplatz eines Actionreißers? Hollywood bringt demnächst… Es gibt gute Gründe, sich Filme auf der großen Leinwand anzusehen statt zuhause auf einem…
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