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'Magic Mike' im Kino Illusion und Ausbeutung
von Peter Fuchs am 20. August 2012
Regisseur Steven Soderbergh kitzelt viel aus seinen Darstellern Channing Tatum und Matthew McConaughey heraus – und lässt sie dabei auch noch als Stripper die Hüllen fallen lassen. Der erfahrene Hase Mike gibt Newcomer Adam Tipps fürs Leben: Frauen, die wie Autos oder Blumen heißen, fragt man in der Nachtclubszene von Tampa/Florida nicht, was sie beruflich machen. Das bringt sie bloß in Verlegenheit, weil sie anschaffen gehen. Am selben Abend verschafft Mentor Mike seinem Schützling Adam auch den ersten Auftritt als Stripper – Bühnenname „The Kid“. Mit einem Slip voller Dollarscheine genießt Adam die Nacht mit Zuschauerinnen auch nach dem Ende der Show. Er und Mike machen einen darauf. Gemeinsam springen sie bei Sonnenaufgang aus Übermut von einer Brücke ins Wasser. Nach dem Auftauchen wünscht sich Adam, dass sie beste Freunde werden. Wir sehen also ein Buddymovie, aber eines mit der eigenwilligen Handschrift von Steven Soderbergh. Der versierte Regisseur nutzt in dieser lebhaften Komödie einen Club mit männlichen Strippern als Startrampe für Erotikshownummern, bei der Hollywoodstars der ersten Reihe in raffinierten Choreografien die Hüllen fallen lassen. Nebenbei kommentiert Soderbergh jedoch spitz ein Wirtschaftssystem, das auf Illusion und Ausbeutung aufbaut. So ist es für Mike (Channing Tatum) erniedrigender, bei der Bank um einen Kredit anzufragen, als sich von kreischenden Frauen Dollarscheine in den String-Tanga stecken zu lassen. Mike ist zwar für den Clubbesitzer Dallas (Matthew McConaughey) das Zugpferd, möchte jedoch mit der Leidenschaft, selbst Möbel zu entwerfen und zu schreinern, seinen Lebensunterhalt verdienen. Für einen wie ihn gibt es keinen Kredit. Also muss er weiter raus, sich die Klamotten vom Leib reißen und das Geld in Cash für seinen Traum sparen. Doch als er sich in die skeptische Schwester seines Schützlings Adam (Alex Pettyfer) verliebt und der als Überflieger bei dubiosen Drogengeschäften Probleme bekommt, muss Mike eine gravierende Entscheidung treffen. 2012 ist das Jahr des Channing Tatum. War er bisher nur als schöner Muskelberg in einigen Schmacht- und Actionfilmen besetzt, konnte er bereits als präziser Komödiant in „21 Jump Street“ punkten. Und nach einer Minirolle in Soderberghs grandiosem „Haywire“ beweist er auch nackt in der Titelrolle von „Magic Mike“, dass er als Leadingman durchaus zu nuanciertem Spiel fähig ist und einen Film dieses Kalibers heben kann. Die Story des Films basiert auf den Erinnerungen von Channing Tatum, der seine Karriere als Stripper startete. Der Mann weiß also, was er tut. Auch Matthew McConaughey zeigt nach langer Durststrecke, dass er mehr drauf hat, als sich in seinen Filmen das Shirt auszuziehen. Dass er sich bei Steven Soderbergh als ehemaliger Stripper und profitorientierter Geschäftsmann trotzdem nackig machen darf, schadet dem Film nicht. ![]() Adam (Alex Pettyfer) kann es kaum glauben: An mancher Arbeitskleidung ist der Preiszettel größer als die Arbeitskleidung selbst.
„Magic Mike“ wird im Œuvre des Steven Soderbergh sicher nicht als einer seiner großen Filme geführt. Aber das Ausloten eines Komödiengenres mit Referenzen aus dem Klassiker „All about Eve“ und dem legendären „Showgirls“ verschafft einem beim Besuch zumindest ziemlichen Spaß. „Magic Mike“
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