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'The Expendables 2' im Kino Rustikales Rentnerpack
von Rajko Burchardt am 28. August 2012
Glaubt man den „Expendables“, kommt das Beste zum Schluss. In der Fortsetzung der vergnüglichen Actionstar-Reunion von und mit Sylvester Stallone nehmen jedoch Image-Ulk und Selbstironie Überhand.
Nach den wehmütigen Abgesängen auf seine eigenen ikonischen Kinohelden Rocky und Rambo schien Sylvester Stallones Idee nur folgerichtig: Sein Projekt, die Action-Superstars von einst mit denen der nachfolgenden Generationen zum kollektiven Muskelrambazamba zu vereinen, hatte etwas gleichermaßen Versöhnliches wie Melancholisches. Im Bewusstsein, noch einmal die ganz große Show bieten und doch nur als abgehalfterte Ausgaben ihrer selbst auf der Bühne erscheinen zu können, lag der Reiz des „The Expendables“-Konzepts. Dass die welken Gesichter ihr Image darin nicht zum komödiantischen Abschuss freigaben, sondern eher selbstironisch reflektierten, gehörte noch zu den besonderen Stärken des Films. Dem zweiten Abenteuer der Mucki-Meute mag diese Mischung leider nicht mehr gelingen. Die Feinsinnigkeiten des Vorgängers weichen hier einem grobschlächtigeren Humor aus deutlich überspannter Ironie und einfältigen Sprüchen. Gewiss, die alten Genre-Recken noch einmal ins Feld zu schicken, mag ohne einen bestimmten Witz nicht funktionieren – angesichts des Alles-nur-Spaß-Konzepts dieser Fortsetzungssause hingegen sehnt man sich fast nach dem verbitterten Ernst des 80er-Jahre-Actionkinos. Dessen Stars versammelt „The Expendables 2“ mit freudigen Neuzugängen: Jean-Claude Van Damme ist in einer Hauptrolle als schmierig-schöner Bösewicht zu sehen und auch Chuck Norris schaut nach etwa der Hälfte für ein paar Minuten vorbei. Dass er lediglich einen seiner eigenen Internetwitze rezitieren darf, fällt da schon kaum mehr ins Gewicht. Der Film leidet auch vorher bereits deutlich unter den einzig auf selbstparodistischen Ulk ausgerichteten Auftritten von Schwarzenegger und Willis, die die eigentlich von einer gewissen Ernsthaftigkeit durchzogenen Einsätze der Expendables-Kerntruppe um Stallone und Co. regelrecht sabotieren. Auf merkwürdige Art stoßen da zwei Konzepte zusammen, die im Vorgänger noch zu harmonieren schienen. Und bei der fünften Variation eines „I’ll be back“-Jokes ist der Ofen dann beinahe endgültig aus. Lediglich in den Actionszenen überzeugt der Film, auch wenn sie viel zu spärlich gesät sind. Nach einem in Schutt und Asche gelegten nepalesischen Dörfchen zu Beginn wird erst im Finale wieder ein wenig mehr auf die Tube gedrückt. Von „Con Air“-Regisseur Simon West ist das übersichtlicher als im Vorgänger, aber auch ohne besonderen Grit in Szene gesetzt. Und der Verzicht auf Green Screens und CGI täte einem dritten Teil, sollte es ihn denn geben, ganz gut. Erstaunlich eigentlich, dass der zweite „Expendables“-Film dennoch halbwegs unterhält. Die Freude über ein Wiedersehen mit den rustikalen Actionstars kann dann wohl selbst dieser enttäuschende Nachschlag nicht gänzlich trüben. Ensemble-Action: „The Expendables 2“
Kinostart: 30. August 2012 Ähnliche Artikel Zum sechsten Mal feiert die derzeit erfolgreichste Action-Serie des Kinos eine Testosteron-Sause… „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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