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'To Rome with Love' im Kino Alle spielen Woody Allen
von Peter Fuchs am 4. September 2012
Wer gerade nicht auf Urlaub gehen kann, reist im Kino auf einen Kurztrip nach Rom. Woody Allens neue Komödie „To Rome with Love“ spielt in der ewigen Stadt. Atheisten müssen Flugangst haben. Sollte etwas schief gehen wartet auf sie ja nicht das Paradies oder der siebente Himmel, sondern nichts. So erklärt sich der im Ruhestand unglückliche Opernregisseur (Woody Allen) die verkrampften Finger im Flugzeugsessel. Mit seiner Frau (Judy Davis) fliegt er nach Rom, weil seine Tochter einen jungen Römer heiraten will. Dabei hört er ihren zukünftigen Schwiegervater – einen Bestattungsunternehmer – mit einer zum Sterben schönen Stimme Opernarien singen. Er will ihn groß rausbringen. Die Sache hat bloß den Haken, dass der Mann die klaren Töne nur unter der Dusche hervorbringen kann.
Nach London, Barcelona und Paris, dreht Woody Allen in Rom und untersucht dabei besondere Facetten der Liebe, der Lust und des Ruhms. Die Handlungen sind nicht miteinander verknüpft, die agierenden Personen wie immer allesamt chronisch verwirrt, wissen nicht, wo es lang geht und die Szenen spielen vor Postkartensettings wie dem Forum Romanum, dem Tivoli-Brunnen, im Kolosseum und der Sixtinischen Kapelle. Einige Handlungsstränge überschreiten auch die Grenzen des Phantastischen. Alec Baldwin gibt einen berühmten Architekten, der seine eigene Jugend in Rom vor 30 Jahren wieder aufgreift. Dabei flüstert er – von anderen Charakteren unbemerkt – Lebenstipps einer jüngeren Version von sich selbst zu. Dieser Jack (Jesse Eisenberg) ist angehender Architekt und schießt die Empfehlungen trotzdem in den Wind, als er sich in die neurotische Schauspielerin Monica (Ellen Page) verliebt und seine treue Freundin (Greta Gerwig) zu betrügen beginnt. Diese Episode ist die stärkste im Pasticcio dieses Woody-Allen-Drehbuchs. Vor allem, weil die Jungstars Jesse Eisenberg und Ellen Page Page besonders deutlich und sehr komisch auch in Gestus und Sprache Alter Egos des Altmeisters verkörpern. Wie eigentlich alle Figuren in allen Filmen immer nur ein zweites Ich von Woody Allen spielen, auch die Frauen. Halt! Alle außer Penélope Cruz, denn sie spielt ein smartes Callgirl, das sich durch einen Irrtum in der Zimmertür für einige Stunden als Ehefrau ausgeben muss. Dabei ist sie die einzige, die wirklich weiß, was sie im Leben will. Bei aller Liebe zu den Komödien Woody Allens, sind dennoch Mängel spürbar. Die Handlung wirkt zu zufällig, zu episodisch zusammengewürfelt und ist deshalb nicht so so stark wie „Midnight in Paris“. Aber wer gerade nicht in den Ferien ist, erlebt im Kino einen schönen Kurzurlaub zwischendurch und hört gerne die Aufforderung: „Facciamo l’amore“. Woody-Allen-Komödie: „To Rome with Love“
Kinostart: 30. August 2012 Ähnliche Artikel Haters gonna hate, liebe Zuschauer! Nilz Bokelberg nimmt sich die Kritiker an Markus Lanz und… Das Weiße Haus in Washington als Schauplatz eines Actionreißers? Hollywood bringt demnächst… Es gibt gute Gründe, sich Filme auf der großen Leinwand anzusehen statt zuhause auf einem… Nach dem „Tree of Life“ inszeniert Kinopoet Terrence Malick jetzt das Liebespaar Ben Affleck…
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