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'Das Bourne Vermächtnis' im Kino Der neue „Bourne“ – Pro und Contra
von Brash am 14. September 2012
Ein Bourne-Film ohne Jason Bourne? Ob das gut gehen kann, darüber teilen sich die Meinungen unserer Kino-Autoren. Hier zuerst ein Contra, dann ein Pro zum Kinostart des vierten Bourne-Films. CONTRA Nach Treadstone kam also Operation Outcome. Was da in „Das Bourne Vermächtnis“ aber wem und wie vermacht werden soll, bleibt unklar. Der Film erzählt lediglich die vergleichsweise mickrige Geschichte eines neuen Superagenten, der sich ebenfalls auf der Flucht vor wütenden CIA-Killern befindet. Ihm ist daran gelegen, bunte Pillen zu finden, deren Verlust ihn seine Übermenschlichkeit kosten würde. Eine seltsame Plot-Motivation, die uns den Nachfolge-Bourne stets auf Distanz hält. Jeremy Renner spielt Aaron Cross facettenarm und geradezu leblos, ein wenig Gefühligkeit bringt da nur Rachel Weisz als ahnungslose Ärztin in den Film. Die wenigen gelungenen Momente gehören ihr, der eigentliche Star bleibt eine Silhouette. Von der ungelenk und wahllos drei Parallelstränge manövrierenden ersten Stunde in Alaska bis hin zum sinnbefreiten Actionfinale in Manila bringt sich der Film als Trilogie-Anhängsel mühsam über die Runden. Mit unausgegorenem Stil schwankt Autor und Regisseur Tony Gilroy zwischen der geerdeten Übersichtlichkeit der ersten und dem virtuosen Körperkino der dritten Bourne-Jagd. Ein öder Nebenschauplatz ist das, der durch seine konkreten Verbindungen zum zeitgleich spielenden Vorgänger bestenfalls Lust macht, noch einmal „Das Bourne Ultimatum“ in den Player zu schieben. Franchise erfolgreich gekillt, Mr. Gilroy. Rajko Burchardt PRO Zu Beginn ein lebloser Körper im Wasser. Nette Idee, wie bei „Die Bourne Identität“. Doch dieser Körper muss nicht rausgefischt werden, sondern taucht kraftvoll von allein auf. Die Fortführung der Bourne-Reihe setzt dennoch auf die bewährten Elemente der vorangegangenen Filme. Wieder jagt die CIA einen Renegaten, wieder beauftragt ein Chef seine Mitarbeiter mit harschen Worten in einem Raum voller Monitore, alles über eine Person herauszufinden – jede Verbindung, jede Bekanntschaft, jede noch so kleine Kleinigkeit, am besten seit der Kindergartenzeit. Und wieder setzen sie einen emotionslosen Killer auf den Abtrünnigen an, der mit einer Frau auf der Flucht ist, irgendwo auf der Welt. Diese vertrauten Details wirken nicht unoriginell, sondern lösen angenehme Gefühle aus, wie das Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Unaufgeregt, aber reizvoll, läuft die Handlung parallel zu Jason Bournes Finale in New York. Wie Bourne tappt auch Aaron Cross, der Neue, zuerst im Dunklen. Mit ihm der Zuschauer, für den sich die Puzzleteile einer suspense-geschwängerten Passage in Alaska, eines brutalen Amoklaufs und kühl gespielter CIA-Kabalen („Wir sind alle Patrioten“ – auch so ein vertrautes Versatzstück) erst langsam zusammenfügen. Allein das Ende nach dem Showdown auf den Philippinen kommt abrupt und gerinnt zu einem James-Bond-Moment. Aber wer bei der Erinnerung an die Filme mit Matt Damon die Nostalgie ausblendet, erkennt, dass jähe Enden auch bei Bourne 1-3 die Regel waren. Peter Fuchs „Das Bourne Vermächtnis“ Kinostart: 13. September 2012 Ähnliche Artikel „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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