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'On The Road' im Kino Bieder verfilmte Freigeister
von Peter Fuchs am 4. Oktober 2012
Der als unverfilmbar gehandelte Beatnik-Roman „On The Road“ kommt nun erstmals mit Starbesetzung ins Kino. Der Erfolg dieses Wagnis stellt sich trotz einiger Pluspunkte aber nur bedingt ein. ![]() Hier sind alle noch angezogen: Sal (Sam Riley), Mary-Lou (Kristen Stewart) und Dean (Garett Hedlund) Dean Moriarty ist ein lässiger junger Mann, ein wilder Bohemian, ständig auf der Suche nach einem Kick, der gelegentlich auch Autos stiehlt. Fast alle lieben ihn, Frauen wie Männer. Wer ihn nicht liebt, hat Angst vor ihm. Dean Moriarty aus dem Roman „On The Road“ ist eine Figur der Weltliteratur. In der Verfilmung spielt Garrett Hedlund den Dean Moriarty und entwickelt mit der Tiefe seiner Bassstimme und einem gefährlichen Jungslächeln durchaus ein nachvollziehbares Charisma. Ein Pluspunkt. „On the Road“ von Jack Kerouac ist das Manifest der Beat-Generation, einer Gruppe von Schriftstellern und Lebenskünstlern, zu der auch William S. Burroughs und Allen Ginsberg gehörten. Getrieben von „Sex, Drugs ’n’ Jazz“ blickten sie aus der Perspektive von Außenseitern auf die muffige Gesellschaft der vierziger und fünfziger Jahre und stellten überkommene Lebensentwürfe und soziale Regeln in Frage. Sie alle haben im Roman ein Alter Ego, so entspricht der Protagonist Sal dem Autor selbst, Carlo Marx ist Allen Ginsberg und Old Bull Lee der Autor William S. Burroughs. Geplant seit über 60 Jahren – zwischendurch auch mit Marlon Brando als Dean Moriarty – läuft nun die erste Verfilmung im Kino. Kurz nach dem Tod seines Vaters lernt der angehende Schriftsteller Sal (Sam Riley) in New York den Hedonisten Dean und seine blutjunge Ehefrau Mary-Lou (Kristen Stewart) kennen. Schon bald geht Sal mit den beiden „On The Road“ auf einen Trip Richtung Westen. Auf verschiedenen Reisen durch die USA und Mexiko experimentieren sie mit diversen ekstatischen Zuständen, probieren die freie Liebe und berauschen sich am harten Bebop-Jazz. Dabei kommt es schon mal zum fröhlichen Dreier zwischen Sal, Dean und Mary-Lou, auch mal im fahrenden Auto. Regisseur Walter Salles sucht die episodische Vorlage des Romans zu ordnen, um seinen Film tauglich für den Mainstream zu kriegen und fokussiert deshalb auf die Freundschaft zwischen Sal und Dean. Ein kontraproduktiver Ansatz. Salles zeigt zwar ästhetisch die weitläufigen amerikanischen Landschaften kombiniert mit einem hörenswerten Jazzsoundtrack, bleibt in der Erzählung der Geschichte jedoch bieder und im Finale sogar moralinsauer. Kerouac geht anders. Sehenswert sind aber die schauspielerischen Leistungen. Neben Garrett Hedlund lässt Kristen Stewart beim berauschten Tanzen mit dieser Rolle glaubhaft ihr „Twilight“-Image zurück oder zaubert Tom Sturridge als Carlo Marx ein schweres Coming-out und das Werden eines Künstlers auf die Leinwand. Sam Riley setzt voll auf die gewöhnungsbedürftig heisere Stimme Jack Kerouacs. Kirsten Dunst lässt aus der undankbaren Rolle einer Betrogenen in kurzen Szenen ein spannendes Drama gerinnen und Amy Adams überrascht wieder einmal mit einer neuen Facette ihrer Kunst, diesmal als drogensüchtige Muse. Die Summe dieser sehenswerten Einzelteile wirkt jedoch altbacken. Ein guter Grund, den Roman wieder oder vielleicht zum ersten Mal zu lesen. „On The Road“ Kinostart: 4. Oktober 2012 Ähnliche Artikel „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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