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'Die Qual der Wahl' im Kino Wer ist der Republikaner? Wer ist der Demokrat?
von Peter Fuchs am 5. Oktober 2012
Die Politikerkomödie „Die Qual der Wahl“ mit Will Ferrell zeigt manipulative Wahlkämpfer, enttarnt scheinheilige Familienwerte und stellt seichtes Styling vor die Inhalte. Der Film zur US-Wahl 2012? Ja, könnte hinkommen. Die Verortung, knapp vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl, geschieht mit einem Zitat von Ross Perot zu Beginn des Films: Im Krieg gibt es Regeln, beim Schlammcatchen gibt es Regeln. Nur in der Politik gibt es keine.
Will Ferrell ist Cam Brady, ein streng geföhnter Politiker, der bereits fünf Mal einen Sitz im Kongress gewann. Das sechste Mal scheint ihm sicher, selbst als eine obszöne Mailboxnachricht von ihm aufpoppt. Schließlich sei die Familie, deren Anrufbeantworter er versehentlich vollstöhnte, doch selbst schuld, weil sie noch immer ein so altmodisches Teil zuhause herumstehen habe. Man merkt sofort, dieser Kandidat weiß sich bei den Medien „Moments“ zu verschaffen. Doch dann taucht aus dem Nichts ein Gegenkandidat auf. Marty Huggins (Zach Galifianakis) ist allerdings ein Strohmann, der von zwei schleimigen Industriellen in den Ring geschickt wird, damit die nach den Wahlen politischen Zugriff auf den ganzen Wahlbezirk bekommen. Ein Ausverkauf an die Chinesen ist geplant. Der naive Marty weiß davon aber nichts. Anfangs noch in Denim-Bundfalte wandelt er sich unter den Augen eines machiavellanischen Spin-Doctors (Dylan McDermott ) zum ausgebufften Volkstribun und der Wahlkampf mutiert zur Schlammschlacht. Selbst süße Babys und kleine Hunde bekommen dabei ihr Fett ab. Da wird die Angst vor dem Kommunismus geschürt – klappt immer, auch wenn es über eine Grundschulbroschüre funktionieren muss. Selbst sexuelle Interventionen in der Familie des Konkurrenten sind Teil der Strategie bis hin zur Al Qaida-Denunzierung, auch wenn das bloß an den (Bart)-Haaren herbeigezogen ist. Die verlotterte Moral der Politikerklasse hängt durch. So tief, dass man denkt, es geht nicht tiefer. Mit Will Ferrell schon. Wie immer bekommt sein überzogenes Spiel mehr Lacher, als die vom Drehbuch vorgegebenen Pointen. „Die Qual der Wahl“ ist also leichte Unterhaltung mit einer gut geschmierten Comedy-Besetzung und funktioniert bestens als Satyrspiel zu George Clooneys „The Ides of March“. Besonders witzig: Es lässt sich nicht sagen, wer der demokratische und wer der republikanische Kandidat von den beiden ist.
Politik-Klamotte: „Die Qual der Wahl“
Kinostart: 4. Oktober 2012 Ähnliche Artikel Zum sechsten Mal feiert die derzeit erfolgreichste Action-Serie des Kinos eine Testosteron-Sause… „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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