'Looper' im Kino
Ein Duell mit sich selbst

Regisseur Rian Johnson zeigt mit „Looper“ einen dunklen und stark stilisierten Zukunftsthriller, der am Ende nicht hält, was der verheißungsvolle Anfang verspricht.

Ein Selbstgespräch zu zweit: Joe (Bruce Willis) vs. Joe (Joseph Gordon Levitt).

Die Idee zum Film klingt kompliziert, ist jedoch jazzig. In einer Zukunft sind Zeitreisen möglich, aber verboten. Mafiöse Strukturen in dieser Zukunft nutzen sie trotzdem, um unliebsame Widersacher auszuschalten. Dazu beamen sie die Delinquenten 30 Jahre in die Vergangenheit, gefesselt und mit einem Sack über dem Kopf. Wenn das Opfer in der Vergangenheit auftaucht, wartet bereits ein „Looper“ – ein Auftragskiller -, um es in derselben Sekunde umzunieten. Die Hände der Verbrechersyndikate der Zukunft bleiben also rein und die Leichen wurden auch schon mal ein paar Jahrzehnte zuvor entsorgt.

Der junge Bruce Willis? Joseph Gordon-Levitt als Joe.

Alles könnte gut sein, aber es gibt einen Sonderfall: Spurt ein Looper in der Zukunft nicht mehr wie gewünscht, schicken ihn die Gangster einfach in der Zeit zurück. Dort darf er sich dann selbst killen. Genau das passiert Joe (Joseph Gordon-Levitt). Er ist angesehen, loyal, erledigt seinen Job gut und haut sich die fürstliche Entlohnung des nachts mit Drogen und Frauen um die Ohren. Doch dann beschließen die Bosse Joes „Loop“ zu schließen. Als Joes 30 Jahre älteres Ich (Bruce Willis) vor ihm auftaucht, zögert er eine Sekunde zu lang und sein Alter Ego kann fliehen. Joe muss sich also selbst jagen. Und beide Joes werden dabei auch von anderen Loopern gejagt. Wie gesagt: kompliziert, aber jazzig.

Der Film startet auch fulminant und bekommt einen noch schärferen Twist, wenn der gegenwärtige Joe realisiert, dass der Joe aus der Zukunft nicht wegen eines unglücklichen Zufalls in den Loop geriet, sondern eine Agenda verfolgt. Und wer, wenn nicht Joe selbst weiß, wie hartnäckig Joe seine Pläne verfolgt. Was für ein reizvolles Spiel zwischen Protagonist und Antagonist. Ihre Dialogszene am Tisch eines Diners zählt sicher zu den Top-Ten-Szenen des Filmjahres 2012.

Aber dann wird es flau und Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson kann den selbst vorgelegten Steilpass nicht ins Tor bringen. Bruce Willis tappert trotz der Agenda einen zukünftigen Diktator bereits als Kid zu eliminieren nur mehr ziellos durch durch einen dramaturgischen Nebel und bekommt seine Story erst in den letzten fünf Minuten geregelt. Joseph Gordon-Levitt – mit stark überzeichneten Augenbrauen fast komödiantisch auf Bruce Willis getrimmt – zieht sich auf eine Farm zurück, auf der Sara (Emily Blunt) abgeschieden mit ihrem Sohn lebt und erwartet die finale Konfrontation mit sich selbst. Das Ende selbst bietet dann eine Schlussfolgerung, die unter den Erwartungen des Beginns liegt.

Was einen aber emotional stark mitnimmt: Auch kleine Jungs leben gefährlich in diesem Thriller, können selbst aber auch ganz schön fies sein.





Sci-Fi-Actionthriller:

„Looper“
(USA 2011)
Regie: Rian Johnson
mit: Bruce Willis, Joseph Gordon-Levitt, Emily Blunt, Paul Dano u.v.m.

Kinostart: 4. Oktober 2012

www.looper-derfilm.de

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