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'Premium Rush' im Kino Fahrtwind im Kinosaal
von Peter Fuchs am 22. Oktober 2012
Der Thriller „Premium Rush“ jagt als hektische Verfolgungsjagd durch die Straßen von Manhattan. Das ungewöhnliche Fortbewegungsmittel: ein Fahrrad. Die Story in Tour de France-Geschwindigkeit ist zwar einfach, macht aber Spaß. Wilee (Joseph Gordon-Levitt) ist ein geschmeidiger Athlet, der seiner Karriere als Anwalt den Rücken kehrte, um in Manhattan Pakete mit dem Fahrrad zuzustellen. Mit halsbrecherischem Wagemut und ohne Bremsen, denn es muss ja immer schnell gehen. An einem schwülen Sommernachmittag bekommt er einen scheinbar routinemäßigen Auftrag. Der Weg soll ihn von einem College an der 116th Street durch den Central Park bis in ein finsteres Seitengässchen nach China Town führen. Aber dann versucht ein verschlagener Cop (Michael Shannon), ihm das Paket abzuluchsen. Wilee muss nun auf seine Fähigkeiten auf dem Bike und sein Spezialistenwissen über fahrbare und auch nicht so ganz fahrbare Wege in der City zurückgreifen, um jeweils eine Fahrradlänge voraus zu sein. ![]() Setzt die Fahhradkette schon mal zur Kommunikation mit renitenten Autofahrern ein: Dana Ramirez als Vanessa. Der angenehm leichte Thriller läuft nahezu in Echtzeit ab. Die Regie setzt analog zum Genre auf durchgängige Atemlosigkeit und überträgt Geschwindigkeit und Gefahr der waghalsigen Verfolgungsjagden auch in den Zuschauerraum. Manchmal spürt man sogar den Fahrtwind um die Nase. Der Einsatz von Grafiken, die sich über das Geschehen auf der Leinwand legen, sieht ebenfalls cool aus. Das Drehbuch bietet dabei eine smarte Vorlauf/Rücklauf-Funktion. Die veranschaulicht nicht nur, welche alternativen Routen Wilee zum Ziel führen, sondern strukturiert einigermaßen nachvollziehbar das Vor und Zurück in der Geschichte, denn Flashbacks halten die Story ebenfalls rasant. Joseph Gordon-Levitt gibt den Fahrradkurier sympathisch und liefert eine sportliche Performance. Man feuert ihn garantiert bei den riskanten Manövern an, gleich ob man Kampfradler im urbanen Gebiet leiden kann oder nicht. Gleiches gilt für seine Kurier-Kollegen, die sehr athletisch von Dania Ramirez and Wolé Parks gespielt werden. „Premium Rush“ punktet aber auch mit dem Bösewicht Michael Shannon. Statt eine weitere 08/15-Version eines fiesen Cops abzuliefern, gibt er ihn als zappelig kichernden Irren. Das psychisch Fragwürdige kann er, wie man schon eindrucksvoll im Katastrophen-Psychothriller „Take Shelter“ sehen konnte. Schade nur, dass die Story selbst nicht ein wenig raffinierter geraten ist und die handelnden Akteure das Offensichtliche oft gerade nicht tun. Diese Mechanik hätte durchaus etwas Fahrradöl benötigt, um gut durchzuschmieren, aber für kurzweiliges Entertainment mit einer Tüte Popcorn reicht es allemal.
„Premium Rush“ Kinostart: 18. Oktober 2012 Ähnliche Artikel Zum sechsten Mal feiert die derzeit erfolgreichste Action-Serie des Kinos eine Testosteron-Sause… „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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