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'Argo' im Kino Ben Affleck und die iranische Revolution
von Peter Fuchs am 13. November 2012
Die CIA finanziert einen Film in Hollywood, um amerikanische Geiseln in Iran zu befreien. Aus dieser wahren Begebenheit fertigt Ben Affleck mit „Argo“ einen der spannendsten und witzigsten Thriller dieses Kinojahres. Tricky! Ben Affleck dreht als Regisseur einen Film über eine wahre Geschichte aus dem Jahr 1979, in der ein gefakter Film eine zentrale Rolle spielt. Er lässt diesen Film aussehen, wie einen, der 1979 gedreht worden ist. Dabei achtet er nicht nur auf Schlaghosen und die damals üppig wuchernde Gesichtsbehaarung. Er imitiert in „Argo“ auch die Härte und den Witz legendärer Filme aus den siebziger Jahren („Hundstage“ mit Al Pacino 1975 oder „Die Unbestechlichen“ mit Dustin Hoffman und Robert Redford 1976) und gewinnt mit dem zweifachen Fake an allen Fronten. Ben Affleck als Schauspieler spielt eine Hauptrolle und ist Tony Mendez, ein Top-Agent der CIA. Die iranische Revolution ist in vollem Gange. Als es zur Stürmung der amerikanischen Botschaft kommt, schaffen es sechs Mitarbeiter unbemerkt aus dem Gebäude zu fliehen noch bevor sie als Geiseln genommen werden können. Sie finden zwar Zuflucht im Haus des kanadischen Botschafters, stecken dort aber fest. Kein Weg führt für sie nach Hause. Tony Mendez entwirft deshalb einen verrückten Plan: Er inszeniert in Teheran einen gefakten Science-Fiction-Film als Vorwand, um im Schutz von Locationsuche und der Crew die Gefangenen heil außer Landes zu bringen. Der Film muss natürlich so echt wie möglich wirken. In Hollywood gewinnt Mendez einen Maskenbildner (John Goodman) und einen mit allen Wassern gewaschenen Produzenten (Alan Arkin) für sein Projekt. Sie helfen, dass genügend Papier bedruckt, Storyboards entwickelt und großes Tam-Tam in den Medien produziert wird, so dass die iranischen Behörden von einem echten Filmvorhaben überzeugt sind. Nach heftigen Stöbern in unzähligen nicht verwirklichten Drehbüchern kaufen sie die Rechte an einem leicht lächerlichen „Krieg der Sterne“-Abklatsch, der den Titel „Argo“ trägt. „If I’m gonna make a fake movie, it’s gonna be a fake hit“, erklärt der Produzent seine Wahl. Wenn, dann auch richtig. Die schnellen Dialoge fetzen in diesem Film und sind zu jeder Zeit sowohl amüsante Nabelschau Hollywoods, als auch eine Freude für überzeugte Filmfans. Bemerkenswert, dass ein Film über ein so ernstes historisches Ereignis dennoch so witzig sein kann. Ben Affleck lässt sowohl die Thriller-Elemente wie die Buffo-Partien geschmeidig ineinander spielen. Er erweist sich nach „The Town – Stadt ohne Gnade“ erneut als Top-Regisseur, verwendet extreme Nahaufnahmen und sorgfältig austarierte Kamerabewegungen, um eine Spannung zu erzeugen, die einen an die Kante des Kinosessels rutschen lässt. Bei „Argo“ sollte man sich auch die Zeit nehmen, den Abspann im Kino anzusehen. Darin werden die echten, handelnden Personen gezeigt, die Ähnlichkeit mit den Darstellern verblüfft. Außerdem kommt einem wieder ins Bewusstsein, dass die absurde Geschichte wirklich passiert ist. „Argo“
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