'Dredd' im Kino
Der Richter mit dem Helm

Actionbeschuss unter furiosem 3D: In der Comicverfilmung „Dredd“ sorgt Karl Urban als gnadenloser Richter auf seine eigene Art für Recht und Ordnung im Drogensumpf der Postapokalypse.

Dredd 3D

Die Zukunft sieht nicht rosig aus: Mega City One, die Stadt, in der Judge Dredd waltet

„Ich bin das Gesetz“, versichert sich Judge Dredd (Karl Urban) immer wieder seiner sofortigen Urteils- und Vollstreckungsgewalt an Ort und Stelle. In der postapokalyptischen Zukunft von Mega City One können nur erbarmungslose Richter mit schweren Metallhelmen der ausufernden Brutalität Herr werden. Bandenkriege und Drogenhandel bestimmen das Chaos einer überbevölkerten Großstadt, die von der psychopathischen Untergrund-Führerin Ma-Ma (wunderbar weird: Lena Headey aus „Game of Thrones“) flächendeckend mit einer die Wahrnehmung verlangsamenden Droge versorgt wird. Ihrem Punk-Matriarchat stellen sich Judge Dredd und seine Gedanken lesen könnende Rekrutin Cassandra (Olivia Thirlby) in einem gigantischen, hermetisch abgeriegelten Hochhauskomplex entgegen. Zu zweit müssen sie eisern Hundertschaften schießwütiger Gesetzesbrecher verurteilen – mit Todesstrafen am laufenden Band, versteht sich.

Dredd 3D

„Ich bin das Gesetz“: Karl Urban als gesichtsloser „Judge Dredd“

Anders als die erste Kinoversion des gnadenlosen Richters aus der britischen Comic-Sammlung „2000 A.D.“ konzentrieren sich Regisseur Pete Travis („8 Blickwinkel“) und Drehbuchautor Alex Garland („28 Days later“) auf die grimmige Ausrichtung der Vorlage. Karl Urban ist nicht wie Sylvester Stallone ohne seinen massiven Helm zu sehen, unter dem der überdrehte Humor der ersten Adaption auch entsprechend unter Verschluss bleibt. Der begrenzte Spielort dieses neuen Judge-Dredd-Films verleiht ihm zudem eine klaustrophische Grundstimmung, die der Figur und ihrer von Zynismus durchsetzten Gnadenlosigkeit besser entspricht. In schmutzigen, braun-grün gefärbten Gängen kämpft sie sich durch menschliches Kanonenfutter wie zuletzt auch der Held aus „The Raid“ – die Ähnlichkeiten zum indonesischen MMA-Kracher vor allem in Handlungs- und Spielraum können dem Film jedoch kaum etwas anhaben.

„Dredd“ erinnert aber vor allem im besten Sinne an die frühen Filme von John Carpenter, deren schmutziger Zukunftsnihilismus in Situationen ständiger Ausweglosigkeit sogar musikalisch mit deutlichen Verweisen heraufbeschworen wird. Wie sich die bitteren Endzeitbilder aus „Die Klapperschlange“ hautnah angefühlt hätten, lassen Pete Travis und sein oscarprämierter Kameramann Anthony Dod Mantle („Slumdog Millionär”) hier allerdings mit einer furiosen 3D-Inszenierung erahnen. Den Drogenkonsum der Figuren nutzen sie als geschickten Vorwand für ausgespielte Slow-Motion-Sequenzen, deren knallbunte 3D-Flashs eine fast schon hypnotische Wirkung erzielen. Zusätzlich lösen sie die beengten Bewegungsräume des Hochhausspielorts durch tiefe und glasklare Bilder auf, in deren schwereloser Actiondynamik man sich regelrecht verlieren möchte. Leider nutzen noch viel zu wenige 3D-Filme ihre die große Leinwand erweiternden Möglichkeiten so sehr wie „Dredd“, der allein dafür einen Kinobesuch lohnt.





3D-Action:

„Dredd“
(Großbritannien 2012)
Regie: Pete Travis
mit: Karl Urban, Lena Headey, Olivia Thirlby, Domhnall Gleeson, Langley Kirkwood u.a.

Kinostart: 15. November 2012

www.dredd-film.de

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  • Freddy

    Ist das beabsichtigt, dass das ein Fan-Trailer sein soll, der aus Szenen des alten “Judge Dredd” sowie aus Filmen mit Thirlby und Urban zusammengeschnitten wurde?

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