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'Jack Reacher' im Kino Tom Cruise im Neo-Noir-Style
von Peter Fuchs am 8. Januar 2013
Tom Cruise läuft wieder. Nach dem sehenswerten „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ startet er mit „Jack Reacher“ vielleicht eine neue Serie. Werner Herzog geht gar nicht. Der deutsche Filmregisseur von internationaler Bedeutung („Fitzcarraldo“) gibt im neuen Action-Thriller von Tom Cruise den Bösewicht. Als „The Zec“ ist er ein Ex-Sträfling, der in einem sibirischen Straflager durch die Hölle gegangen ist und jetzt – leicht verroht – anderen das Fürchten lehrt. Werner Herzog gibt ihn stoisch bis statisch, mit der ihm eigenen, monotonen Diktion, wenn er grausame Befehle austeilt. Das mag auf ein Publikum in anderen Ländern furchteinflößend wirken, in deutschen Kinosälen wirkt das unfreiwillig komisch. Aber vielleicht war das kalkuliert. Ein Pluspunkt der Verfilmung eines Falls von Jack Reacher – er ist einer der beliebtesten Thrillerhelden auf der New York Times Bestsellerliste – ist die Kombination von bodenständiger Krimispannung, brutaler Gewalt und wohldosierter Komik. Das Ergebnis kommt erfrischend über die Leinwand. Ein Sniper schlägt zu: sechs Schüsse, fünf Tote. Die Polizei buchtet rasch einen ehemaligen Scharfschützen der Army ein, obwohl er seine Unschuld beteuert. Bevor ihn Mithäftlinge ins Koma prügeln, sagt er noch: Holt mir Reacher! Jack Reacher (Tom Cruise) ist ehemaliger Militärpolizist, Kriegsheld und Einzelgänger im Neo-Noir-Style. Er kennt den Scharfschützen und kann ihn eigentlich nicht leiden. Trotzdem untersucht er an der Seite der Strafverteidigerin Helen (Rosamund Pike) den Fall. Je näher sich Reacher an die Wahrheit prügelt – und dabei auch ein paar ganz gute Pointen ablässt – , desto klarer tritt eine Verschwörung zutage. Reacher und Helen geraten in Gefahr, bis sich Reacher in einem coolen Shootout Schuss für Schuss an den fiesen Strippenzieher im Hintergrund heranarbeitet. Wo auch Werner Herzog amüsant ins Spiel kommt, letztlich die Spannung aber nur kurz schmälert. Andere Schauspieler tragen auch Erstklassiges zur Genreunterhaltung bei: Robert Duvall als Waffennarr, Newcomer Jai Courtney als Fiesling und Rosamund Pike als blonder Sidekick mit Charakter. Im Zentrum steht aber natürlich Tom Cruise. Der ist in Topform, zeigt narzisstisch seinen nackten Oberkörper – vermutlich ein Zugeständnis an seine hartgesottene Fanbase – und hat durchaus einige Clint-Eastwood-Momente. Sollte es weitere Verfilmungen mit ihm geben, kann man sich darauf freuen.
Action-Thriller: „Jack Reacher“
Kinostart: 3. Januar 2013 Ähnliche Artikel Zum sechsten Mal feiert die derzeit erfolgreichste Action-Serie des Kinos eine Testosteron-Sause… „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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