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Heimkino-Kolumne Die Wünsche von den Augen ablesen
von Patrick Heidmann am 11. Februar 2013
Noch ist das Jahr jung und frisch. Voll Vorfreude blicken wir nach vorne und geben uns der Illusion hin, nur Positives würde vor uns liegen. Was an dieser Stelle auch prompt geschehen soll, denn 2013 wünschen wir uns… … die Rückkehr zur alten Form. In erster Linie meinen wir damit Dich, Johnny Depp. 2012 war nicht dein Jahr: die Beziehung zu Vanessa Paradis ist im Eimer, „Dark Shadows“ war eine müde Nummer und auch „The Rum Diary“ (Universum) bleib hinter unseren Erwartungen zurück. Dabei wandeltest Du dort sogar wieder auf den Spuren deines coolen Seelenverwandten Hunter S. Thompson. Immerhin befindest Du Dich in bester Gesellschaft, wie ein Blick auf die aktuellen Neuerscheinungen in Sachen Home Entertainment beweist. Stephen Frears untermauert mit „Lady Vegas“ (Universum) das Gerücht, dass er nach „Die Queen“ das Filmemachen verlernt hat. Und Woody Allen zeigt mit „To Rome With Love“ (Universal) einmal mehr, dass er bestenfalls noch auftrumpfen kann, wenn er selbst in seinen Filmen nicht mitspielt. … mehr Mut im deutschen Kino. Nichts gegen einen leidlich amüsanten Film wie „Wer’s glaubt wird selig“ (Constantin/ Highlight/ Paramount). Aber fällt den Kinomachern hier zulande nichts anderes ein, als augenzwinkernd und vorhersehbar mit Provinz- und anderen Klischees zu spielen? Und auf die immer gleichen Leute (in diesem Fall Ulmen und Elsner) zu setzen? Es wäre doch gelacht, könnte nicht auch das deutsche Kino mal unerwartet, überraschend oder gar mutig sein. Anderswo klappt das doch, wie die frankokanadische Samenspenderkomödie „Starbuck“ (Ascot Elite) oder der märchenhaft-absurde Tanz-Performance-Film „Die Fee“ (Ascot Elite) beweisen. … frischen Wind fürs Actiongenre. Schon klar, Jason Statham ist eine coole Socke. Aber wie oft kann man einer Socke dabei zusehen, wie sie sich – ohne eine Miene zu verziehen – durch die Gegend prügelt? „Safe“ (Concorde) beweist aktuell, dass Statham die einzige Nummer, die er beherrscht, allmählich ausgeschöpft hat. Und weil sich Jeremy Renner mit „Das Bourne Vermächtnis“ (Universal) zwar als souveräner Matt Damon-Nachfolger, aber nicht unbedingt als Heilsbringer für das Actionkino empfiehlt, fordern wir: neue Helden müssen her. Je früher desto besser. Sonst bleibt am Ende doch nur Chuck Norris… … weiterhin tolle Serien. Wir freuen uns jetzt schon auf Neues vom hochkarätigen US-Fernsehen. Hoch gehandelt wird z.B. die Thrillerserie „The Following“ mit Kevin Bacon. Aber mindestens genauso freuen wir uns auf weitere Folgen jener Serien, die wir schon seit einer Weile lieben. „Mad Men“ (Universal) kommt mit der fünften Staffel auf DVD raus, während die sechste im demnächst in den USA über die Bildschirme flimmert. Auch „Shameless – Die komplette zweite Staffel“ (Warner) ist empfehlenswert. Allein wegen William H. Macy als Oberhaupt einer absoluten Chaos-Familie. Wer mehr auf britische 90-Minüter steht, kommt bei „Aurelio Zen“ (Polyband) auf seine Kosten. Die drei Filme um den in Italien ermittelnden Polizisten hält zwar nicht mit anderen BBC-Produktionen wie „Sherlock“ oder „Wallander“ mit, bietet aber immerhin Rufus Sewell in der Hauptrolle. … möglichst wenig Debakel. 2012 war ein starkes Jahr fürs Kino, aber es gab natürlich auch einige Totalausfälle. Stellvertretend für die sei hier „The Watch – Nachbarn der 3. Art“ (20th Century Fox) genannt, eine fürchterlich unlustige SciFi-Komödie mit Ben Stiller und Vince Vaughn, die gerade neu auf DVD und Blu-ray erschienen ist. Von so etwas möchten wir in diesem Jahr verschont bleiben. Schließlich geht es ja auch klug und amüsant, wie zwei Geheimtipps der letzten Monate beweisen, das Animationsmeisterwerk „ParaNorman“ (Universal) und die Brüder-Geschichte „Jeff, der noch zuhause wohnt“ (Paramount) mit Jason Segel und Ed Helms.
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