Jai Courtney im Interview
„Mir wird schnell langweilig“

Polizist John McClane hat nicht nur eine Tochter, sondern auch einen Sohn. Zum Start von „Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ trafen wird dessen Darsteller Jai Courtney zum Interview.

Jai Courtney auf der Pressekonferenz in Berlin.

Der Fahrstuhl mit Jai Courtneys Karriere fährt rasant noch oben. Gerade eben wurde der Australier in der Blut-und-Sand-Serie „Spartacus“ bekannt, machte er 2012 in „Jack Reacher“ als Bösewicht Tom Cruise das Leben schwer. Kurz danach erhielt der 26jährige die Rolle des Jack McClane in der „Stirb Langsam“-Reihe.

Auch der Sohn von John McClane hat arg damit zu kämpfen, dass der Papa (Bruce Willis) immer zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort auftaucht. Aber sie raufen sich zusammen und kämpfen gemeinsam in Russland gegen die Unterwelt, die im großen Stil nukleare Waffen verscherbeln will. Also viel Testosteron kombiniert mit gnadenlosen Verfolgungsjagden und Explosionen. Wie sein Vater muss auch Jack tief fallen, bevor es ans Aufräumen geht.

Wir trafen den Newcomer im Berliner Hotel Adlon, wo er mit uns über die alten Hasen Cruise und Willis, seine Leidenschaft für Shakespeare und eventuelle Problemzonen beim Workout sprach.

Sie absolvieren einen mächtigen Sturz im Film. Wie lautete die Regieanweisung dafür, Mr. Courtney?

Jai Courtney: Einfach nur Fallen (lacht). Der Shot war ziemlich kompliziert in der Produktion. Wir drehten ihn in Teilen. Wenn wir die einzelnen Ebenen durchschlagen, haben die Cutter im Schneideraum jeweils einen Bearbeitungspunkt. Wir mussten die Szene oft technisch probieren, bevor sie im Kasten war. Und wir springen vor einem Green Screen, da ist schon auch viel Zauberei dabei.

Ist dabei an überhaupt an Schauspielen zu denken?

Jai Courtney: In diese Einheiten zerteilt, ist das schon manchmal sehr taff. Auch, wenn man mit Waffen umgehen muss und jede Menge Sprengstoff herum liegt. Schon eine kleine Änderung kann meine Sicherheit oder die meiner Kollegen gefährden. Ich versuche es so einfach zu sehen wie Textlernen, es gehört schlicht dazu. Als Schauspieler muss ich das Technische einfach in meine Performance integrieren.

Da lacht der Ödipus: Papa (Bruce Willis) und Sohn (Jai Courtney) haben eindeutig Gesprächsbedarf.

Was lässt sich als junger Schauspieler von Bruce Willis oder Tom Cruise abschauen?

Jai Courtney: Wie sie sich am Set verhalten und in den Workflow integrieren. Es war für mich inspirierend, Typen von diesem Kaliber zu sehen, die trotzdem leidenschaftlich zur Sache gehen. Ich hoffe, dass ich mir das auch bewahren kann.

Wie ist es gegen Tom Cruise zu kämpfen?

Jai Courtney: Ziemlich hart, weil wir doch alle wissen, wie sehr sich Tom Cruise bei den Stunts selbst engagiert. So sehr er sich in solche Prozesse auch einbringt, eine Verletzung kann er sich nicht leisten, denn das würde den gesamten Zeitplan durcheinander bringen. Wir haben schon Wochen vor dem Drehen den Ablauf gemeinsam entwickelt. Das ist zum Teil Arbeit in der Kraftkammer, aber auch an Techniken, die aus der Rolle kommen. Jack Reacher hat einen speziellen Kampfstil, genau wie meine Figur in der Szene. Bei aller Vorbereitung ist es auch wichtig, dass es sich echt anfühlt, nicht durchchoreografiert aussieht. Man muss also viel Arbeit reinstecken, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, ohne ein blaues Auge zu riskieren. Klar, habe ich da bei Tom Cruise besonders aufgepasst.

Sind Rollen bei Shakespeare und Tschechow leichter?

Jai Courtney: Für Shakespeare muss man auch fechten können. Skakespeare entzündete meine Leidenschaft für die Schauspielerei. Für das Theater habe ich natürlich nicht soviel Zeit im Moment, aber meine Liebe hängt schon noch dran. Die Arbeit an einem klassischen Text ist eine der spannendsten Aufgaben, die man als Schauspieler erleben kann.

Wollen sie auch mal Rollen spielen, die nicht so von Action dominiert sind?

Jai Courtney: Action macht Spaß. Im Moment läuft das auch so gut, dass ich diese Art von Filmen meiner Filmografie hinzufügen sollte. Optisch und körperlich bin ich ja auch ein wenig der Typ dazu. Meine Interessen hören an dieser Stelle aber nicht auf, ich wäre schon auch scharf auf andere Genres.

Problemzone? Welche Problemzone? Jai Courtney als Jack McClane.

Jai Courtney: (lacht) Ein bisschen was von beidem. Ich nehme das aber auch als etwas Seltsames wahr, weil ich mein Leben nicht nach dem Training ausgerichtet lebe.

Sie trainieren nicht täglich?

Jai Courtney: Das hängt davon ab, es gibt natürlich Phasen, wo ich es tun muss und auch gern trainiere. Manchmal mache ich aber gar nichts und finde ich es komisch, wenn man mich drauf anspricht.

Haben Sie Tipps, um fit zu bleiben?

Jai Courtney: Für mich spielt die richtige Ernährung eine wichtigere Rolle als das Workout. Trainieren selbst kann ziemlich langweilig sein, deshalb versuche ich Übungen durchzuziehen, die mich auch interessieren. Meine Aufmerksamkeitsspanne ist ziemlich kurz, mir wird schnell langweilig. Deshalb empfehle ich, öfter mal abzuwechseln, um motiviert zu bleiben. Das muss jetzt nichts ausgefallenes sein. Manchmal gehe ich laufen oder ich mach was im Wohnzimmer. Zum Beispiel Push-ups mit meinen Füßen auf dem Sofa.

Haben Sie auch eine Problemzone?

Jai Courtney: (lacht) Gute Frage! Ich weiß gar nicht, ob ich ehrlich darauf antworten soll. Aber wenn sie mich direkt fragen, würde ich sagen, dass meine dünnen Beine eventuell meine Problemzone sein könnten.

Yippieh-Ya-Yeah Schweinebacke:

„Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben“
(USA 2012)
Regie: John Moore
mit Bruce Willis, Jai Courtney, Sebastian Koch, Patrick Stewart u.v.m.

Kinostart: 14. Februar 2013

www.facebook.com/StirbLangsamFilme

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