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'The Master' im Kino Pro und Contra „The Master“
von Brash am 21. Februar 2013
Ansehen oder nicht? Regisseur Paul Thomas Anderson („There will be blood“) scheidet die Geister. So sind auch bei seinem neuen Film unsere Kritikerin und unser Kritiker nicht einer Meinung über das Gesehene. CONTRA: Die Leere nach dem Bild Anderson erzählt eine Parabel auf Ron Hubbard, Gründer von Scientology. Er zeigt die Geschichte zweier Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich dennoch gegenseitig brauchen. Freddie Quell (Joaquin Phoenix) heißt der eine, ein gebrochener Kriegsveteran, den Drogen verfallen. Sein Geisteszustand: labil, cholerisch aber dennoch mit einer mysteriösen Anziehungskraft. Der Andere ist der grobschlächtig wirkende Anführer eines religiösen Clans, ein Mann mit Ausstrahlung: Lancaster Dodd (Philipp Seymour Hoffman), eben jene Figur, die Ron Hubbard nachempfunden ist. Ein charismatischer Anführer, ein Manipulator. Der Film konzentriert sich ab ihrem ersten Zusammentreffen auf diese ungewöhnliche Freundschaft, dieses Abhängigkeitsverhältnis zweier Männer. Aber – die Anziehungskraft zwischen Lancaster Dodd und Freddie Quell bleibt im Unklaren. Sie ist einfach da. Zu dem Zweiergespann Phoenix-Hoffmann gesellt sich Amy Adams als Hoffmans Frau Mary Sue. Fast wirkt es, als würde sie die Fäden in der Hand haben, sei sie der eigentliche Master, der Strippenzieher. Drei Oscarnominierungen bekam „The Master“ – und das spricht schon für sich – sie gehen alle an die Schauspieler. Während Phoenix sich wie immer im Overacting bemüht, begeistert vor allem die unterkühlte Reserviertheit von Adams. Anderson drehte seinen Film auf 65 mm, projiziert wird er im Idealfall auf 70 mm. Aber die Größe der Bilder, die ausschweifende und zugleich intime Stimmung, sie ist ein Griff ins Leere. Denn so schön und groß die Bilder auch wirken, die Geschichte dahinter bleibt blass. Dem Film fehlt die eigene Reflektion. Das erhoffte Meisterwerk ist „The Master“ definitiv nicht geworden. ANNA WOLLNER PRO: Präzise Analyse einer Sekte Sie spielen ein Spiel. Der eine stellt Fragen, der andere antwortet, darf dabei aber nicht blinzeln. Blinzelt er, hat er verloren und die Fragen beginnen von vorne. Natürlich blinzelt er. Und je öfter die Fragen kommen, desto mehr verrät der Befragte über sich. Einfach und präzise analysiert Paul Thomas Anderson in „The Master“ die Funktionsweise einer Gehirnwäsche und den strukturellen und emotionalen Aufbau von Sekten. Der manipulative Fragesteller Lancaster Dodd ist der „Meister“ einer spirituellen Bewegung namens „The Cause“ und Scientology-Gründer Ron Hubbard nachempfunden. Philipp Seymour Hoffman gibt ihn überzeugend charismatisch, ohne die unsympathischen Seiten auszusparen. Als Zuschauer wäre man seiner Einladung zum Spiel vermutlich auch nachgekommen. Den Befragten spielt Joaquin Phoenix. Sein nervöser Matrose, der nach der Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Trockenen landet, driftet von Job zu Job, pflegt seine Neurosen und seine Alkoholkrankheit. Phoenix setzt seine ganze Körperlichkeit ein, um diesen Charakter dreidimensional zu zeigen: ein ständig fragender Blick, hochgezogene Schultern und ein krummer Rücken. Darunter liegt permanenter Zorn, der beständig wegen großer Schmerzen zu eskalieren droht. Die beiden Männer geraten aneinander, sind sich Meister und Schüler, voneinander in einer bizarren und spannenden Liebes- und Hassbeziehung angezogen. Philipp Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix spielen das elektrisierend. Ihnen zur Seite glänzt Amy Adams als Ehefrau des „Meisters“ mit dem freundlichen Charme einer Doris Day. Sie beißt jedoch fanatisch wie ein Bullterrier zu, wenn „The Cause“ in Gefahr zu sein scheint. Der Film ist ein Fest der Schauspieler und alle drei zu Recht für einen Oscar nominiert. PETER FUCHS Sektendrama: „The Master“
Filmstart am 21. Februar 2013 Ähnliche Artikel Zum sechsten Mal feiert die derzeit erfolgreichste Action-Serie des Kinos eine Testosteron-Sause… „Moulin Rouge“-Regisseur Baz Luhrmann hat F. Scott Fitzgeralds Klassiker „Der große… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Mit „Tanz der Teufel“ verhalf Sam Raimi dem Splatterfilm 1981 zu seinem endgültigen…
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